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James Clavell

Shogun

Buchbesprechung von Stefan Stejskal

Inhalt

Schauplatz der Handlung ist das Japan des frühen siebzehnten Jahrhunderts, das Japan der Samurai, das nach einer turbulenten, politisch chaotischen Zeit durch die Portugiesen und die erfolgreich missionierenden Jesuiten zum erstenmal mit der europäischen Kultur in Berührung kommt.

Die zentrale Gestalt ist Toranaga, der mächtigste Feudalherr des Landes, der intrigante Pläne schmiedet, um sein ehrgeizig gestecktes Ziel zu erreichen - er will "Shogun" werden, als der er alle Macht im Land in den Händen hält und die miteinander in Fehde liegenden Samurai unter seiner Herrschaft vereinigen kann.

Eine Schlüsselrolle spielt dabei John Blackthorne - der englisch-holländische Seemann, der als erster Engländer mit seinem Schiff den Erdball umsegelt und davon träumt, den Portugiesen die Kontrolle über den Handel zwischen Japan und China zu entreißen und als angesehener Mann heimzukehren. Vermittlerin zwischen den beiden, zwischen Ost und West, ist die japanische Aristokratin Mariko - eine hochgebildete Christin, die sich in Blackthorne, den "barbarischen Eindringling", verliebt und an den Konflikten aus ihrer Treue zur Kirche und zu ihrer Heimat zerbricht.

Es ist die Fülle überraschender Kontraste, aus der heraus dieser hinreißend spannende Roman lebt: Episoden von unvorstellbarerer Grausamkeit unterbrechen immer wieder die zarte, konfliktreiche Liebesgeschichte zwischen Kapitän Blackthorne und der Japanerin Mariko - barbarische Zügellosigkeit steht neben dem Zauber höchst verfeinerter Lebensformen - westliche Rationalität prallt auf fernöstliche Weisheit.

Es ist ein Buch voll von pulsierendem Leben. Und Clavell, der es wie kein anderer versteht, die Menschen, das Land und die Zeit vor den Augen des Lesers lebendig werden zu lassen, gelingt es auch, Verständnis zu wecken für das Fremdartige, das Abgründige, das Wilde und Schöne, das er in der Welt der Samurai entdeckt, die faszinierende Parallelen zu unserer Zeit aufweist.


Persönlicher Kommentar

Ich kann den 1000-Seiten-Wälzer als Bettlektüre wirklich wärmstens empfehlen.